Florian Hilleberg - LITERRA, RATTUS LIBRI

"Subtile Spannung, glaubhafte Charaktere und einfallsreiche Plots"

Florian Hilleberg - LITERRA, RATTUS LIBRI

Die neue Reihe ARS LITTERAE aus dem Sieben Verlag unter der Herausgeberschaft von Alisha Bionda startet mit einem düster-phantastischen Roman aus der Feder von Barbara Büchner. Die Autorin kann bereits auf eine stattliche Anzahl von Publikationen zurückblicken, vorzugsweise im Bereich der Phantastik. „Der schwarze See“ ist ein atmosphärischer Gruselroman, der in erster Linie ein jugendliches Publikum ansprechen dürfte und bereits von der ersten Zeile an eine sehr düstere Stimmung verbreitet. Die Geschichte ist nicht nur eine Hommage an H.P. Lovecraft, der in vielen seiner Erzählungen ein ähnliches Sujet verwendete, sondern auch eine Verbeugung vor zahlreichen Science-Fiction-Klassikern, wie „Die Körperfresser kommen“ oder „Invasion vom Mars“. Dass sich fremde Wesen der Gestalt von Menschen bedienen ist immer noch sehr wirkungsvoll, da jeder verdächtig ist und die gegenseitige Paranoia eine unerträgliche Spannung aufbaut. Die Autorin hat aber nicht nur eine originelle Idee zu einem rasanten und kurzweiligen Roman ausgearbeitet, sondern auch hervorragend recherchiert. Vor allem die Fremdartigkeit der Uobs und der Vergleich, dass eine Verständigung mit ihnen ähnlich kompliziert sein muss, wie mit Insekten ist ihr in der Beschreibung glänzend gelungen. Die teils skurrilen Charaktere wurden sehr sorgfältig und liebevoll gezeichnet, obwohl sich die Jugendlichen sehr schnell von Arthurs Ideen mitreißen lassen. Der Spannungsbogen steigt kontinuierlich an und kulminiert in einem dramatischen Finale, mit dem das Geschehen erstaunlich realistisch zu einem befriedigenden Abschluss gebracht wird. Einziges Manko ist die obligatorische Romanze, die nicht nur reichlich konstruiert in die Handlung integriert wurde, sondern darüber hinaus auch recht kitschig ist, glücklicherweise aber lediglich eine Randnotiz bleibt.

Aufmachung:

Das Buch liegt wunderbar in der Hand und besitzt eine hervorragende Papierqualität. Lediglich die Schrift ist ein wenig zu klein geraten und strengt das Auge beim Lesen unnötig an. Zwei Innenillustrationen von Mark Freier, der sich auch für das schaurig-schöne Titelmotiv verantwortlich zeigt, versüßen den Lesegenuss.

Fazit:

Barbara Büchner erweist sich in diesem Roman als herausragende Geschichtenerzählerin mit einem Gefühl für subtile Spannung, glaubhafte Charaktere und einfallsreiche Plots.