Robert Monners - Phantastik.de

Blutopfer

Robert Monners - Phantastik.de

Nach einem unbefriedigenden Intermezzo im dritten Band erfahren wird in diesem Werk endlich mehr über die Vergangenheit, aber auch die Gegenwart der Vampirin Dilara. In versetzt angeordneten Kapiteln begleiten wir unsere Hauptperson im Jahre des Herren 1891 auf eine archäologische Expedition zur Urheimat der Azteken. Doch als die Forscher im von unzugänglichen Bergen beschützten Aztlan ankommen, begegnet ihnen eine lebendige Hochkultur. Auf den Pyramiden brennen die Feuer, die rituellen Opferungen von Menschen zugunsten der Götter werden nach wie vor zelebriert. Dilara bemerkt sogleich, dass das Blut, das bei der Öffnung der Brustkörbe und dem Entreissen der noch schlagenden Herzen fließt von Artgenossen verköstigt wird. Bald schon stößt sie auf weitere Anhaltspunkte, die sie auf die Spur der Wiege der Vampire leiten.
Gut einhundert Jahre später wird im Britischen Museum eine Mumie aus Aztlan ausgestellt. Am Sarkophag trifft sie auf Antediluvan, ihr Vergangenheit und ihre Zukunft?

Alisha Bionda und Jörg Kleudgen legen einen rundum gelungenen, spannenden Plot vor. Gerade auch im Vergleich zu dem vorhergehenden Band von Marc Alastor E. E. gelingt es den beiden Autoren diesmal uns Dilara wirklich näher zu bringen. Jörg Kleudgen, der mit seiner Novellensammlung "Cosmogenesis" (Blitz Verlag) überaus positiv auf sich aufmerksam machte versteht es in dem 1891 angesiedelten Handlungsabschnitt sehr gut Spuren zu legen, Hinweise zu geben und damit Dilara Leben einzuhauchen. Der exotische Handlungsort, die faszinierende Kultur der Azteken und die Offenbarung einer kosmischen Historie fesselten mich an die Seiten. Seine Figuren zeichnen sich durch eine lebensechte Darstellung aus, stilistisch liest sich sein Teil solide und flüssig sowie atmosphärisch dicht.
In der Gegenwart hat sich Alisha Bionda Dilaras angenommen. Hier fällt auf, dass die Vampirin zunehmend gewalttätiger, ja brutaler auftritt, je mehr sie ihre Erinnerungen an die verschüttete Vergangenheit zurückerlangt. Mysteriös bleibt noch die Rolle der Rosenkreuzer und der Vampirrebellen, so dass auch an dieser Front für weitere Spannung gesorgt ist.

Als Fazit bleibt mir, dass vorliegendes Buch das bislang faszinierendste der Serie darstellt, und Lust auf mehr weckt.