Florian Hilleberg - Media Mania, LITERRA, Geisterspiegel.de

Liebenswerte Figuren in einer abenteuerlichen Geschichte

Florian Hilleberg - Media Mania, LITERRA, Geisterspiegel.de

Onisha ist eine stolze Perserkatze, der es an nichts mangelt. Eines Tages zieht es sie nach draußen in die unwirtliche Umwelt, wo jeden Tag ums Überleben gekämpft werden muss. Sie begegnet der impulsiven und draufgängerischen Streunerin Fleur. Trotz aller Widrigkeiten und Unterschiede entwickelt sich bald eine enge Freundschaft zwischen Onisha und Fleur. Nicht zuletzt, aufgrund der sonderbaren Träume und Visionen, die beide Katzen heimsuchen und in denen von Bastet, der ägyptischen Katzengöttin, sowie einem Reich der Katzen die Rede ist. Dieses Reich müssen Onisha und Fleur finden, um Bastets Thron zu besteigen, und so die Wiedergeburt der Göttin zu ermöglichen. Der Straßenkater Ben und seine Katzenbande stehen Onisha und Fleur hilfreich zur Seite. Doch Lavina, eine Schwarzmagierin, schreckt vor nichts zurück, um selbst die Macht über das Reich der Katzen zu erlangen …

Meinung:

„Das Reich der Katzen“ ist eines der früheren Werke der Autorin Alisha Bionda, der erstmals im Jahr 2000 in der Edition Märchenmond des Carl Ueberreuter Verlags erschienen ist. Mit dieser wunderschön aufgemachten Ausgabe mit dem Frontcovermotiv und zwei ansehnlichen Innengrafiken von Crossvalley Smith und einer künstlerischen Umschlaggestaltung des Atelier Bonzai, erlebt der tierische All-Age-Fantasy-Roman eine längst überfällige Neuauflage.
Die Autorin verliert nicht viel Zeit und wirft ihre Protagonistin Onisha sofort in das Abenteuer. Die Handlung entwickelt sich äußerst rasant und geizt weder mit überraschenden Wendungen, noch mit skurrilen und liebenswerten Charakteren. Vor allem jüngere Leser ab 12 Jahren werden an der abenteuerlustigen Katzenbande ihren helle Freude haben. Hinzu kommt die glänzende Recherche, die Alisha Bionda ihrem Text zuteil werden ließ. Leider werden die Katzen bisweilen etwas zu sehr vermenschlicht dargestellt, denn woher sollen streunende Straßenkatzen wissen wer Inspektor Columbo oder Sherlock Holmes ist? Nichtsdestotrotz überzeugt der Roman mit flotten, humorvollen Dialogen und dramatischen Actionszenen. Bisweilen geht es sogar sehr unheimlich zu, wenn der Dobermann Uschebtis die Gefährten nicht ins Reich der Toten lassen will und eine Armee von Ratten über den Fluss wechselt, um die Katzen auszumerzen. Selbstverständlich vermittelt die Geschichte auch eine tiefere Botschaft, die zeigt, dass man mit Teamarbeit am weitesten kommt, und echte Freundschaft unabhängig ist von Herkunft und Status. Bedauerlicherweise kommt das Ende sehr abrupt und lässt den Leser etwas hilflos zurück, denn von Ben und seinen Freunden liest man kaum noch etwas auf den letzten Seiten. Des Weiteren bietet die Schlangengöttin Uto Onisha großzügig ihre Hilfe an, diese nimmt dieses Angebot aber schlussendlich überhaupt nicht wahr. Insgesamt betrachtet ist „Das Reich der Katzen“ ein wunderbarer All-Age-Fantasy-Roman über Freundschaft und Zusammenhalt, der trotz kleinerer Mängel gut zu unterhalten weiß.

Fazit:

Ein frühes Werk der Autorin Alisha Bionda über Freundschaft und Teamgeist. Liebenswerte Figuren in einer abenteuerlichen Geschichte, die vor allem jüngere Leser begeistern wird.