Daniela Loisl - LESER-WELT

Das Reich der Katzen

Daniela Loisl - LESER-WELT


Die Grundidee der Handlung

Aus der Kurzfassung des Klappentextes des Buches geht sehr klar hervor, welches Thema die Autorin behandelt und wer oder was ihre Protagonisten sind. Hier spielen Katzen die erste Geige und es ist anzunehmen, dass Alisha Bionda zu diesen Tieren eine besondere Beziehung haben muss, um sie in einem ganzen Buch agieren zu lassen. Eine Geschichte rund um und mit Katzen, die den Leser in eine ganz neue Welt entführt.

Gleich zu Beginn sollte man vielleicht anmerken, dass dieses Buch nicht für Leser geeignet ist, die Tiere - und speziell Katzen - nicht lieben.


Stil und Sprache

Von Beginn an wird man in die Geschichte hineingezogen, die in flüssigem Tempo vorangeht. Mag einem vielleicht die etwas zu leicht anmutende Sprache stören, wird dies durch den ständig anschwellenden Spannungsbogen wieder wettgemacht. Und sieht man dieses Buch doch eher als Jugendroman, wie dies bei der ersten, gebundenen Ausgabe vom Jahr 2000 bei Amazon auch angepriesen wird, ist die leichte Sprache ohnehin gerechtfertigt.
Alisha Bionda jedoch erzählt nicht einfach eine banale Geschichte, in der Katzen die Hauptrolle spielen, sondern gute „Beobachter“ werden zwischen den Zeilen wesentlich mehr herauslesen können. Viele Informationen über das alte Ägypten und deren Götter wird man ebenso finden können, wie das kritische Aufzeigen der schwarzen und bornierten Seite so manch überheblicher, gefühlloser und profitgierigen Menschen, was Bionda aber nie mit erhobenem Zeigefinger zu machen pflegt.
Vielfältiges und Buntes, Erfreuliches bis Trauriges, Gefühlvolles und Kaltschnäuziges, all das darf die Katzensippe bei ihrer Wanderung ins Reich der Katzen erleben und Bionda wartet immer mit Überraschungen auf, so dass auch der Schluss nicht wie zu erwarten ausfällt.
Eine leichte, unterhaltsame aber auch spannende Geschichte, von der man sich getrost entführen lassen kann, um dem tristen Alltag zu entfliehen.

Figuren

In diesem Buch geht es um Katzen, und zwar ausschließlich um Katzen. Ob normale Hauskatzen, Streuner, elegante Siamkatzen, wuschelige Perserkatzen, afrikanische Falbkatzen oder auch so genannte Glückskatzen, allen wird man begegnen. Unbestrittene Protagonistin ist jedoch Onisha, eine verwöhnte und mitunter zickige Perserkatze.

Wie es in einem guten Buch sein sollte, habe auch alle Katzen ihre eigenen Charakterzüge, die mit Stärken und Schwächen ausgestattet sind, so dass sie einem nicht nur glaubwürdig, sondern sogar real erscheinen. Manche dieser Miezen sind zickig, überheblich bis arrogant, andere sprechen wie ihnen der Schnabel gewachsen ist und nehmen kein Blatt vor den Mund, die einen sind Helden und scheuen keinen Kampf, wogegen es auch Katzen gibt, die beim leisesten Windhauch in Ohnmacht fallen. Alle haben sie ihre Eigenheiten und alle wirken sehr lebendig, ob die Figuren selbst einem sympathisch sind oder nicht, jede ist mit viel Akribie und Liebe zum Detail ins Leben gerufen.


Aufmachung des Buches

Durch ein schönes, augenfälliges und ansprechendes Cover wird der Blick sofort auf das Buch gerichtet. Passend zur Erzählung sind vorne am Umschlag eine Perserkatze und eine ägyptische Katzenfigur zu sehen. Satte und warme Farben harmonieren mit dem Motiv. Wieder einmal sehr schade finde ich, dass so eine schöne Ausgabe nicht gebunden erscheint, denn nach öfterem Lesen wird das Buch wohl nicht mehr so ansehnlich sein.
Von der Anmerkung „illustriert“ darf man sich in diesem Buch aber nicht zu viel erwarten. Lediglich zwei ganz nette Motive sind zu finden, die zwar bei den Tierfiguren von Talent zeugen, aber künstlerisch bei der menschlichen Figur zu „pin up“ sind.

 

Fazit

Ein unterhaltsames, anspruchsloses und flüssig zu lesendes Buch, das einen mitnimmt in eine wunderbare Phantasiewelt. Durch die leichte Sprache ist das Buch prädestiniert für Jugendliche, aber auch so manch Erwachsener wird seine Freude daran haben.
Für Katzenfreunde auch das ideale Geschenk!

3 von 4 Sternen