GD 3-Tetelestai! / Florian Hilleberg - Multi Mania, LITERRA

altTetelestai!, Florian Hilleberg - Multi Mania, LITERRA

Kriecher ist es gelungen die irdische Präsenz der Göttin Medoreigtulb zu töten. Diese sinnt mit ihrem Helfer und Dämonen-Krieger Lord Witheroxxze auf Rache. Sie zwingen einen Dichter, zweifelhaften Rufes, ein Theaterstück zu schreiben, in dem die Geschichte Kriechers dargestellt wird, und wie er von einem respektablen Soldaten zu einem Pechstrenger wurde. Medoreigtulb rechnet damit, dass Kriecher erscheinen wird, um dieser Schmierenkomödie ein Ende zu bereiten. Und sie behält recht. Alsbald verfängt sich Kriecher in dem Netz dämonischer Intrige, welches seine Erzfeinde flochten ...

Der dritte und letzte Teil der Kriecher-Trilogie ist mit knapp 190 Seiten der kürzeste Beitrag zur Serie, aber bei weitem der anspruchvollste und am schwierigsten zu lesende.
Die Geschichte selbst schlägt einen Bogen zum ersten Band und erzählt quasi die Vorgeschichte Kriechers, als er noch ein Mensch war und wie er durch Intrigen und Verrat dem Mord an seiner Geliebten schuldig wurde.
Dabei hat sich der Autor die unglaubliche Arbeit gemacht, das Drama in Versform zu verfassen und selbst die Zwischendialoge, die in der Rahmenhandlung stattfinden reimen sich und machen den letzten Teil zu einem echten Kunstwerk dunkler Poesie.
Eine Auflistung der „Besetzung“ bzw. der mitspielenden Figuren erleichtert es dem Leser den Überblick zu behalten, was aber sowieso nicht sonderlich schwer ist. Der Anspruch des Buches erhebt sich aus dem Schreibstil und dem Satzbau, der zum Teil sehr schwülstig und gehoben ist und eben wie ein Drama aus früheren Jahrhunderten anmutet. Die Handlung entfaltet sich rasant und wird durch drei kunstvolle Innenillustrationen geschickt aufgelockert, wodurch sie die Textmenge nochmals reduziert. Der geneigte Leser muss sich also nicht durch einen Hunderte von Seiten dicken Wälzer quälen und bekommt ein Dark-Fantasy-Karma-Drama auf höchstem Niveau präsentiert, in dem die losen Fäden zu einem denkwürdigen Abschluss verflochten werden.

Die äußere Erscheinung des Buches spiegelt die Tragik des Inhaltes durch die dunkle, trostlose Landschaft wider, in welcher sich der schwarze Schatten (Kriecher) bewegt. Die oben erwähnten Illustrationen von Aran und kunstvolle Kapiteltrennungen in Form venezianischer Theatermasken runden das Gesamtbild perfekt ab.

Fazit:

Tragisch, dramatischer Abschluss der Kriecher-Trilogie auf sprachlich und stilistisch hohem Level.