Fenster der Seele - Die Bandbreite umfasst nahezu sämtliche Spielarten der Phantastik

Torsten Scheib - www.media-mania.de

Die Katze - so viel mehr als nur ein liebenswürdiges Haustier. Schon im alten Ägypten wurden die pelzigen Vierbeiner als Gottheiten verehrt, von unzähligen Sagen und Märchen ganz zu schweigen - wie etwa die Erzählung vom “Gestiefelten Kater“ der Gebrüder Grimm. Gründe genug also, die geneigte Leserschaft mit einer weiteren Geschichtensammlung zu erfreuen, welche neue Fassaden und Ansichten der beliebten Stubentiger zu bieten hat.

Unter der “Schirmherrschaft“ der beiden Herausgeber, Frank W. Haubold und der fleißigen Alisha Bionda, wurden in “Fenster der Seele“ die Erzählungen bekannter und Nachwuchsautoren zusammengetragen. Die Bandbreite umfasst nahezu sämtliche Spielarten der Phantastik und fällt - je nach Stimmung - ebenso unterschiedlich aus: mal unheimlich, mal spannend, dann wieder nachdenklich oder verträumt.

Inhaltlich bewegt sich die Anthologie ebenfalls auf einem sehr breit gefächerten Terrain. So wird der Leser zum passiven Zeugen eines Fluches oder darf miterleben, wie die Tore zwischen Dies- und Jenseits weit aufgestoßen werden. Und weshalb haben Katzen eigentlich sieben Leben? Kann man das Bewusstsein einer Katze in den Körper eines Menschen transferieren? Und warum besitzen manche Katzen eine so ... “menschliche“ Ausstrahlung?

Fragen über Fragen, denen die versammelten Autoren nachgehen - und darüber hinaus, wie beispielsweise die Geschichten von Christoph Marzi (“Die Seekatze“), Andreas Gruber (“Philipp“) oder Arthur Gordon Wolf (“Die neongrüne Katze“). Während Marzi und Wolf die Protagonisten hinaus aufs offene Meer beziehungsweise in eine düstere Zukunft befördern, legt Andreas Gruber mit seiner Geschichte ein wunderschönes und zugleich zu Herzen gehendes Kleinod vor, das beweist, wie viel mehr ein Haustier für seine menschlichen Besitzer sein kann.

Das Gros der Kurzgeschichten überzeugt vollends in “Fenster der Seele“; ein Eindruck, der leider jedoch auch von der einen oder anderen nicht hundertprozentig überzeugenden Erzählung etwas getrübt wird.

Sehr gelungen sind zudem die Illustrationen von Pat(rick) Hachfeld, der längst zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Szene geworden ist.

Trotz der stellenweise etwas auf der Stelle tretenden Geschichten sollten Freunde der Phantastik und Katzenliebhaber - und nicht nur die! - dennoch zugreifen, bietet “Fenster der Seele“ schließlich kurzweilige Unterhaltung und unterstützt zudem den Verein “Katzen in Not“.