Vabanque

Dieter Krämer - www.sternenson.de

Sternensonde Wertung: Sehr gut

Zusammenfassung:

Die Spur des Mörders Peter Kürten, besser bekannt als der Vampir von Düsseldorf, führt Dilara und Calvin im Kampf gegen Lee Kahn nach Paris. Dort hoffen die beiden Vampire, das Herz des Widersachers zu finden. Sie treffen auf Dilaras alte Freundin Nuit. Diese steht schon in den finsteren Diensten des Drachen und sorgt dafür, dass sie zu einer Kunstausstellung gelangen bei der Sabah, die Tochter des Drachen, eine tödliche Falle für die Vampire vorbereitet hat. Nuit stellt den beiden in einem Nachtclub die geheimnisvolle Tänzerin Camille vor. Sie sieht Delphine unglaublich ähnlich und tauchte auch ohne Erinnerung in Paris auf, als sie vom Bund der Fünf geopfert wurde. Die Wege führen schließlich in die Katakomben von Sacré-Coeur wo die scheinbaren Skulpturen von Schattenwesen zum Leben erwachen und Tod und Verderben über die Besucher bringen. Dilara und Calvin können entkommen, Camille bleibt jedoch im Inferno zurück. Pater Quentin Améde, dem die beiden bereits bei ihrem ersten Besuch von Sacré-Coeur begegnet sind, verhilft ihnen zur endgültigen Flucht aus den Katakomben. Als Calvin erkennt, dass das gesuchte Herz des Widersachers in Pater Améde versteckt ist, entnimmt er das Herz aus der Brust des Paters und die beiden verlassen Paris.

Indessen folgen Guardian und Semjasa in der Geheimnisvollen Unterwelt Wiens einem zweiten Hinweis. Die Gebeine des Widersachers sollen sich in dieser Metropole befinden. Wo sich der Kopf, das entscheidenden Körperteils, befindet ist noch unklar. Der Schattenweltler Arnold Steiner hilft ihnen bei der Suche. Die Spur führt zu der Familie von Szornek, die mit einem gewissen Shei An Khan in Verbindung stand. Im Laufe ihrer letztendlich erfolgreichen Suche nach den Gebeinen wird klar, dass eine alte Geschichte, in die auch Dilara zusammen mit Friedrich Esterhazy im Dezember des Jahres 1804 verwickelt war, und an die sich die Vampirin nach und nach erinnert, der Schlüssel zum Geheimnis von Lee Kahn und dem Widersacher ist.

Kommentar:

Dies ist Alisha Biondas vorerst letzter Beitrag zu Wolfgang Hohlbeins Schattenchronik im BLITZ-Verlag an der Seite von Jörg Kleudgen. Mit Band elf werden Parzzival und Kleudgen diesen Zyklus beenden. Dann werden im BLITZ-Verlag zukünftig ein bis zwei in sich abgeschlossene Romane pro Jahr (mit verdoppeltem Seitenumfang) als Hardcover unter dem Titel "Schattenchronik" erscheinen.

Aus diesem Grund ist auch etwas Wehmut beim Lesen dieses Bandes dabei. Alisha Bionda ist für mich Geist und Herz dieser Serie und ihre Behandlung der Charaktere tragen erst zur besonderen Atmosphäre dieser erfolgreichen Serie bei. Dilara und Calvins romantisch, vampirische Beziehung und ihre menschlichen und doch oft fremdartigen Gefühle und Verhaltensweisen sind ihre absolute Spezialität. Genauso die stimmungsvollen Kulissen und Erzählungen aus Dilaras Erinnerungen. Diesmal hat die Geschichte mit Paris meinen Nerv besonders getroffen. Ich kenne und liebe diese Stadt und Notre Dame und Sacré-Coeur sind die geeigneten Kulissen für eine passende Stimmung. Vieles wird für ein Finale vorbereitet, aber ich befürchte, dass auch nach Band elf vorerst viele Fragen offen bleiben werden. Delphines Auftauchen in neuer Gestalt bleibt ebenso mysteriös wie Lee Kahns Motivation und seine weiteren Pläne.

Man merkt dem Buch leider auch an, dass vieles zusammengestaucht und umgeplant wurde um zu einem vorzeitigen und teilweise abgeschlossenen Ende der Serie zu kommen. Auch wurde leider auf die Illustrationen von Pat Hachfeld vor jedem Kapitel verzichtet. Lediglich ein Bild ziert den Vorspann des Buches.

Gelungen ist dieser Band inhaltlich dennoch. Er hat mich noch einmal mit seinen gewohnten Elementen und seiner spannenden und abwechslungsreichen Handlung begeistert und erneut in den Bann der Schattenchronik gezogen.